Wednesday 11 May 2016
LIFESTYLE @DE

Arabica oder Robusta. Keine Frage der Qualität

Arabica o robustaUnter der Bevölkerung und vor allem vor einem Supermarktregal ist ein 100%iger Arabica-Kaffee von Definition aus besser, schmackhafter und hochwertiger als eine Robusta-Kaffeemischung. Dies ist 100%ig falsch. Dennoch vor einem Supermarktregal, beim Ansehen eines Fernsehspots oder in der öffentlichen Auffassung steht Arabica für Qualität…

 

Magie des Marketings? Wir sind davon ausgegangen, dass die Antwort “Ja” lautet und haben zum Teil unsere Meinung nach einem Gespräch mit jemand der zwar wenig über Werbung weiß geändert, aber der genau über Kaffeebohnen, Röstung und Ursprung Bescheid weiß: Francesco Varetto, Produktionsverantwortlicher für Caffè Vergnano.  “Es ist nur eine Frage von Geschmack und Qualität des Kaffees. Die Qualität des Kaffees liegt in der Tat von vielen Faktoren ab wie z.B. Jahrgang und Ernte-Methode (von Hand oder maschinell), Bearbeitung, Transport, dass nur in Säcke oder in Container stattfinden kann, aber hängt nicht von der Sorte ab, da diese lediglich einen anderen Aroma verleiht”.

 

Herkunft und Produktion

Die Coffea arabica ist eine empfindlichere Pflanze, gedeiht in höheren Lagen und hat eine geringere Widerstandsfähigkeit gegenüber der Coffea canephora, auch Robusta genannt, die kräftigere Eigenschaften aufweist, weit verbreitet ist und einen doppelten Koffeingehalt aufweist. Dies ist aber nicht ausschlaggebend für eine höhere oder minderere Qualität.

Es gibt Arabica erster Wahl, von Hand gepflückt, verlesen, ausgezeichnet, so wie andere die von schlechterer Qualität sind, weil die Kaffeekirschen vom Boden zu reif fast schon faulend aufgesammelt wurden oder von nicht erlesenen Bohnen stammen. “Der Robusta Capiroyal zum Beispiel stammt aus Indien und ist ein sehr hochwertiger Robusta-Kaffee: er wird von Hand gepflückt, jede einzelne Bohne wird kontrolliert, nach Farbe und Größe verlesen. Dies führt zu einem hochwertigen Kaffee mit einer würzigen, vanilligen, pfeffrigen und komplexen Note. Bei der Verkostung von Capiroyal wird er von den meisten Verkostern (90%) jedem anderen Arabica-Kaffee bevorzugt“.

Die perfekte Mischung

Die Arabica sind tendenziell süßer, milder, während die Robusta haben hingegen einen hölzernen, würzigen und vollmundigeren Geschmack. Ein grundlegender Unterschied liegt in der Konsistenz der cremigen Oberfläche, die man durch verschiedene Kaffeesorten erhält: Robusta schäumt sie zu einer schaumigen und grauen Creme auf, während der Espresso mit 100%igen Arabica-Kaffeebohnen hat eine dünnere, rötlichere creme die einen Mohrenkopf ähnelt, sehr dicht und oft kompakt. Die Kombination der Mischungen gestatten eine kompakte, dichte und dicke cremige Oberfläche zu erhalten, aus diesem Grund haben die Mischungen für Bars einen 20%igen Anteil an Robusta-Kaffeebohnen. “Sogar in den Kapseln Èspresso1882® Arabica ist ein kleiner Anteil an Robusta-Kaffee vorhanden: dadurch bildet sich auf natürlicher Weise mehr Creme, wird Duft und einen Hauch Würze und Vanille verliehen ”.

Geographischer Geschmack

Warum schenkt man mehr Vertrauen den 100%igen Arabica-Kaffees? Es ist nicht nur eine Frage des Marketings, sondern in den italienischen Haushalte verbrauchen tatsächlich die Liebhaber der alten und teuren Moka-Kanne 100%igen Arabica, da sein süßlicher Geschmack unseren Gaumen erfreut, der nicht an hölzernen, bitteren und gewürzten Aromas gewohnt ist. Für die neapolitanische Kaffeekanne, im Allgemeinen im gesamten Süden, werden kräftigere Kaffeemischungen von Robusta mit stark gerösteten Kaffeebohnen bevorzugt, denn hier trinkt man den Kaffee bitterer.
In Nordeuropa werden hellere Röstungen mit fruchtigem Aroma und Honig-Note bevorzugt: die Pressstempelkanne, auch French-Press genannt, ist die beste Lösung für diese Kaffeemischung. Dadurch erhält man einen süßsäurlichen Kaffee mit absoluter Dominanz von Arabica-Kaffee.